„Sicherheit gehört von Anfang an dazu!"
BG RCI startet Sicherheitswettbewerb für Auszubildende

„Sicherheit gehört von Anfang an dazu" – dieser Slogan ist inzwischen zu einem geflügelten Wort geworden bei all jenen, die jungen Menschen zu Beginn ihrer Ausbildung die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz nahebringen wollen. Vor der Fusion zur neuen Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) hat zunächst die Berufsgenossenschaft Bergbau einen speziellen, bundesweiten Sicherheits-Wettbewerb für Auszubildende des ersten Lehrjahrs ins Leben gerufen. Später wurden diese Wettbewerbe, die eine Laufzeit von fast einem Jahr erreichen, gemeinsam mit der damaligen Steinbruchs-Berufsgenossenschaft durchgeführt. Sie sind in den Mitgliedsunternehmen dieser Branchen stets auf eine außerordentlich positive Resonanz gestoßen, und noch nach vielen Jahren erinnern sich die ehemaligen Auszubildenden, wenn man sie danach fragt, voller Begeisterung an ihre Teilnahme an diesen überbetrieblichen Sicherheitsmarathons. Schon 2006 erreichte der Wettbewerb beim European Good Practice Award Platz 3 in der nationalen Wertung. Vor diesem Hintergrund bietet jetzt auch die BG RCI ihren Mitgliedsunternehmen für den Zeitraum 2011/2012 einen solchen Wettbewerb an. Zielgruppe sind die Auszubildenden aller Fachrichtungen. An dieser Runde werden sich nach gegenwärtigem Stand die BG RCI-Mitgliedsbranchen Baustoffe - Steine - Erden, Bergbau und Chemie beteiligen. Zahlreiche Unternehmen haben bereits ihr Interesse bekundet, so dass die Teilnehmerkontingente schon fast erschöpft sind.
Der Wettbewerb ist für Teilnehmergruppen von 10 bis 15 Auszubildenden konzipiert. Er ist unterteilt in einen zweistufigen Regionalwettbewerb mit einem innerbetrieblichen Teil (Stufe 1) und einen überbetrieblichen Teil (Stufe 2). Start ist im November 2011. Gekrönt wird er durch ein bundesweites, zweitätiges Finale, bei dem die besten acht Azubi-Teams aus ganz Deutschland gegeneinander antreten. Das Finale wird Mitte Juni 2012 in Rotenburg an der Fulda stattfinden.
Der theoretische Hintergrund für ein solches Azubi-Projekt ist klar: Früh initiierte sicherheits- und gesundheitsorientierte Verhaltensmuster sind die Grundlage zukünftiger Präventionserfolge. Wem es gelingt, jungen Menschen schon in der Ausbildung sicheres und gesundheitsorientiertes Verhalten zu vermitteln, schafft die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches weiteres Leben – im Beruf wie im Privaten.
Der Wettbewerb umfasst zahlreiche Themen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, die vom Start bis zum Finale im Zentrum des Sicherheitsmarathons stehen:
- Absturzgefahren
- Allgemeine Vorschriften und persönliches Verhalten
- Die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland
- Brand- und Explosionsschutz
- „Deine Haut – Die wichtigsten 2 m² Deines Lebens"
- Elektrische Anlagen und Betriebseinrichtungen
- Erste Hilfe
- Gefährdungsbeurteilung
- Gesunde Ernährung
- Handwerkzeuge
- Heben und Bewegen von Lasten
- Persönliche Schutzausrüstung
- Physische Belastungen
- Psychische Belastungen
- „Risiko raus!" – Sicher fahren und transportieren«
- Stolpern – Rutschen – Stürzen
Aber Kenntnisse auf diesen Gebieten allein reichen für eine bestmögliche Platzierung nicht aus. Die Bewertung der Azubi-Teams erfolgt auch anhand folgender zusätzlicher Kriterien:
- Das Arbeitsunfall- und Wegeunfallgeschehen im Wettbewerbszeitraum (ab 1 Kalendertag Ausfallzeit)
- Das Verhalten der Auszubildenden am Ausbildungsplatz
- Der sicherheitliche Zustand der betrieblichen Ausbildungsplätze
- Der sicherheitliche Zustand der von den Auszubildenden für die Fahrt zur Ausbildungsstätte benutzten privaten Fahrzeuge (Zweirad, Pkw)
Wer von den Auszubildenden erfolgreich ist, dem winken schon in den Regionalrunden, aber erst recht im Finale attraktive Geldpreise. Aber der Geldgewinn allein ist nicht das Entscheidende: „Sieger seid ihr alle" – so lautet die Devise, denn wer sich so intensiv mit Arbeitssicherheitsthemen befasst, der hat beruflich wie privat schon eine Menge auf dem Kasten.
Und wie steht es mit dem Nutzen für die Unternehmen? „Es ist ja nicht nur die Siegergruppe, die an dem Wettbewerb teilnimmt", berichtete ein Ausbilder nach dem letzten Wettbewerb vor zwei Jahren, bei dem insgesamt 1.350 Teilnehmer mitgemacht hatten. „Wir haben insgesamt drei Gruppen dabei gehabt und fast das gesamte erste und zweite Ausbildungsjahr mit den Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz erreicht. Die haben jetzt schon sehr früh in ihrer Ausbildung einen relativ guten Kenntnisstand auf diesem Gebiet." „Die Veranstaltung? Super!", befand ein anderer Gruppenbetreuer. „Was Besseres gibt es nicht für die Jungs. Die lernen hier alles, was sie machen müssen in ihrem Leben, in ihrer Ausbildung, wie sie Leuten helfen können. Arbeitssicherheit von Anfang an."
„Ich versuche alles, damit meine Azubis beim nächsten Mal auch dabei sind", sagte eine Ausbilderin. „Die Stimmung ist super. Das passt alles." Und ein Personalleiter: „Ich finde es phantastisch, weil die Kommunikation in den Ausbildungsgruppen gefördert wird, und es ist unglaublich toll organisiert. Der Aufwand ist enorm, aber der Nutzen auch." „Super hier, alles super organisiert. Sehr interessant der ganze Wettbewerb. Super Fragen, super Publikum. Die Azubis sind hoch motiviert", resümierte ein Ausbilder aus dem Metallbereich.
Norbert Ulitzka, Gerold Soestmeyer, BG RCI, Bochum
Fotos: Tom Trambow






